
H 186 Kabinettschrank mit sogenanntem Ruinenmarmor als Dekor, vermutlich italienisch, 17. Jh.
Kategorie: Holz/Möbel
- H 186 Kabinettschrank mit sogenanntem Ruinenmarmor als Dekor, vermutlich italienisch, 17. Jh.
- Herkunft: Lempertz, Auktion 1075 Lot 694, 2016, Schenkung der OvB
- Foto: da, Kukulies
Die Sammlung der Kabinettschränke des Museums ist vielseitig und wird laufend ergänzt. So kam 2016 der Kabinettschrank mit s.g. Ruinenmarmor in die Sammlung.
Ruinenmarmor, auch Landschaftsmarmor oder Florentiber Marmor genannt, bezeichnet keinen echten Marmor, sondern Sedimentgesteine aus Kalkstein und Ton. Beim Öffnen dieser Steine kommen Strukturen zum Vorschein, die wie phantastische Landschaften oder Architektonische Silhouetten anmuten. Diese sind bis heute beliebt und wurden im 16. und 17. Jahrhundert für die Ausschmückung von Kabinettschränken in Naturaliensammlungen verwendet.
So auch für diesen Kabinettschrank des 17. Jahrhunderts. Der italienische Schrank besteht aus Ebenholz und ebonisiertem Holz und ist zunächst eher schlicht gestaltet. Besonders ist die Gestaltung der Schubladen. So findet auf allen sichtbaren 14 Schubladenfronten Ruinenmarmor mit imaginären Berg- und Architekturlandschaften.
Neben diesem wertvollen Dekor findet sich eine weitere Besonderheit im Inneren. Nach dem Öffnen der mittleren Tür, kommt ein Fach mit einem rückwärtig angebrachten Silberrelief zum Vorschein. Anders als bei den üblichen antikisierenden, oft heroischen Darstellungen, ist hier eine eher romantisch anmutende Szene zu sehen. Gezeigt wird ein einfacher Arbeiter mit einer Schaufel im Freien. Dieses Fach kann zudem herausgenommen werden und offenbart – die für die Kabinettschränke üblichen – Geheimfächer.
Damit vereint der Schrank die zentralen Prinzipien der Kunst- und Wunderkammer: Er präsentiert seltene Naturalia, eine hochwertige handwerkliche Verarbeitung sowie einen repräsentativen Anspruch und verkörpert zugleich das Geheimnisvolle und Wunderliche.









